5 Jahre Cannabis-Legalisierung in dVor gut einer Woche jährte sich die Legalisierung von Cannabis in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington zum 5. Mal. Angesichts dieses Jubiläums wollen wir mal einen kurzen Blick auf die Entwicklung in den Kiffern gegenüber freundlich eingestellten Gebieten werfen. Summa Summarum jedenfalls geben vom Gesetzeshüter über den Mediziner bis hin zum Politiker alle Verantwortlichen an, es habe in keinem Bereich signifikante Probleme gegeben, im Gegenteil – viele negative Entwicklungen sind durch die Cannabis-Legalisierung ins Positive verkehrt worden und das Gesellschaftsexperiment gilt gemeinhin als erfolgreich bestanden. Ist das ein Vorbild auch für Deutschland, wo sich die nächste Regierung vielleicht mit diesem Thema befassen wird?

Die wichtigsten Erkenntnisse nach 5 Jahren Cannabis-Legalisierung in den USA

  1. Kiffen Jugendliche nach Hanf-Freigabe mehr?

Nein. In den letzten 10 Jahren ist der Cannabis-Konsum von Jugendlichen sogar zurückgegangen, um etwa 4 % und das ist sogar niedriger als der Bundesdurchschnitt! Deutsche Politiker können sich die betreffenden Statistiken direkt bei den US-Behörden herunterladen, es gibt also keinen Grund mehr für Ammenmärchen und Fake-News, wenn die bayrische Gesundheitsministerin oder andere verknöcherte Anti-Hanf Aktivisten auf Pressekonferenzen über Haschisch und Marihuana fabulieren.

  1. Weniger Verhaftungen wegen Marihuana

Ok, das ist wenig überraschend und die 99 % Rückgang sind logischerweise auf die Freigabe selbst zurückzuführen. Aber immerhin hält sich auch die Polizei vor Ort an diese Vorgaben, während beispielsweise US-Justizminister Sessions immer mal wieder mit den Fed-Cops droht, um die Bundesgesetze durchzudrücken. Die Kehrseite der Goldmedaille ist jedoch der Umstand, dass wenn es denn noch Verhaftungen gibt, etwa bei Ignorieren von öffentlichen Regeln zum Kiffen nahe bei Schulen und Co, dann werden in erster Linie Schwarze und Latinos festgenommen.

  1. Verkehrsunfälle durch Cannabis

Hier ist die Lage zwar überschaubar, aber nicht in allen Details klar: Es gibt keinen Anstieg etwa bei den Verkehrstoten in Bundesländern, die Hanf legalisieren, wohl jedoch ist der Sachverhalt oft ungenau gemischt und die Behörden weisen einfach nicht mehr aus, ob Gras nun als eigentlicher Verursacher für einen Unfall in Frage kommt. Cannabis bleibt lange im Blut, das ist bekannt, und so kann ein Besoffener sehr wohl einen Crash bauen und beim Test wird dann THC gefunden, was sich dann jedoch nicht direkt auf die Hanfpflanze als Grund umlegen lässt. In Deutschland übrigens schlägt Cannabis im Blut weiterhin alles, da ist es völlig egal, ob jemand dazu noch säuft – die Polizei möchte hierzulande die Lage weiterhin scharf kontrollieren!

  1. Kein Anstieg von Gewaltkriminalität

Faktisch sind in Colorado und Washington die Gewaltdelikte seit der Legalisierung zurückgegangen, allen Unkenrufen zum Trotz! Auch hier kann Jeff Sessions nicht so richtig glauben, dass frei verfügbares Marihuana logischerweise nicht mehr ergaunert werden muss, aber dieser alte Mann wird ohnehin bald von Trump abgesägt und seine Hinweise, es gebe viel Gewalt im Umfeld von Kiffern klingt wie aus der Zeit gefallen.

  1. Verwendung von Opiaten sinkt

Ein sehr wichtiger Punkt, den sich auch Präsident Trump genauer anschauen sollte. Die USA leiden an einer aus Gier und Egoismus ganzer Ärztegruppen entstandenen Opiod-Krise und Trump erzählte dazu jüngst vollmundig von seinen geplanten Maßnahmen. Cannabis kann hier helfen, das zeigt der Blick auf die Legal States. Die Mortalitätsrate, das ist die Anzahl von Leuten, die beispielsweise an einer Überdosis Heroin oder Fentanyl sterben, ist in Colorado in den letzten 5 Jahren um 6 % zurückgegangen, während im Rest der USA mitunter grauenhafte Steigerungszahlen ausgewiesen werden müssen.

  1. Cannabis-Steuern bringen Kommunen viel Geld

In den letzten Jahren hat Colorado viele hundert Millionen Dollar eingenommen und damit die Ausstattung der Kommunen verbessert, ähnliche Zahlen kommen aus Washington. Rund eine Milliarde Dollar ist in der Summe so schon zusammen, wobei wir hier die zahlreichen Jobs noch gar nicht aufführen! Programme für den Drogenentzug werden finanziert, aber vorrangig geht es um neue Schulen, Spielplätze, Sporthallen und damit um soziale Dienste, die sonst durch die chronisch überschuldete Kommunen in den USA kaum abzusichern wären. Ein Modell auch für Deutschland, wo bekanntlich die Gemeinden mit zahllosen Flüchtlingen und den damit einhergehenden Kosten überlastet sind?

  1. Cannabis-Produkte immer beliebter

Auch das ist natürlich eine logische Konsequenz bei einer Freigabe, aber zugleich zeigt sich, dass Hanf zu einem Genussmittel mit der gesamten Bandbreite an Einsatz- und Konsumformen geworden ist. Es geht nicht mehr nur um das Kiffen von Grasblüten, vielmehr dreht sich das Business um Tinkturen, um Hanf-Tee, Konzentrate, um Cannabis-Terpene und unzählige weitere Formen, in denen sich die Hanfpflanze aufbereiten lässt.

Fazit: Colorado und Washington zeigen, wie die Cannabis-Legalisierung funktioniert und das seit nunmehr 5 Jahren! Wenn Kriminalitätsraten zurückgehen, Jugendliche und Kinder nicht betroffen sind und sich eine ganze Reihe von positiven Entwicklungen für die Gesellschaft ergeben, dann sollte die Freigabe von Hanf überall auf der Welt zum Thema werden. Warum noch gängeln im 21. Jahrhundert, wenn es bestechende Beweise für den Erfolg gibt?

Quellen:

Cheatsheet.com (Englisch)

MSN.com (Englisch)