Cannabis Legalisierung

Cannabis Legalisierung2017-03-21T12:29:19+00:00

cannabis legalisierungCannabis ist beliebt als Rauschdroge, es ist weit verbreitet, wird in ganz unterschiedlichen Formen von unzähligen Menschen genossen – doch in Deutschland ist es streng verboten. In der Bundesrepublik herrscht gegenüber Marihuana, Haschisch oder wie auch immer Cannabis hierzulande bezeichnet wird eine Gemengelage aus Lobbyismus, Unkenntnis und Vorurteilen. Gerade einmal in der Medizin hat sich die Regierung etwas bewegt und stellt seit einiger Zeit die Droge auf Rezept zur Verfügung. Cannabis hat also für die aktuelle Politik in etwa den gleichen Stellenwert wie Valium oder starke Schmerzmittel und natürlich geht das total an der Wirklichkeit vorbei.

Es kommt Bewegung in die Cannabis Legalisierung

Doch es tut sich etwas: Die gesellschaftlichen und kulturellen Urteile gegenüber dem Kraut ändern sich gerade auf der ganzen Welt geradezu radikal und Länder wie Portugal, Tschechien, Holland sowieso und auch die Vereinigten Staaten gehen zu einem liberalen Verständnis über. Das heißt in der Praxis oft eine umfassende Cannabis Legalisierung, zumindest für den Eigenbedarf und wer heute im US Bundesstaat Washington wohnt oder in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, wohnt, der kann sich Gras oder ein Bröckchen Piece, Shit, Polle problemlos in Fachgeschäften oder Apotheken kaufen.

Stand der Dinge in der Cannabis Legalisierung :

  • Cannabis ist in Deutschland für Schwerkranke gegen Rezept zu haben, mehr geht zur legal nicht
  • Bundesländer handhaben die Eröffnung von Verfahren gegen Kiffer unterschiedlich, es wird von geringfügigen Mengen gesprochen und dabei wird oft die Strafverfolgung eingestellt
  • mehr als vier Millionen Deutschen ziehen gerne mal einen Joint durch
  • die Politik ist verfangen in konservativen und zugleich erzieherisch – gängelhaften Denkmustern, die an den völlig willkürlichen Geist der Opiumkonferenzen vor hundert Jahren erinnern
  • Veränderungen sind schnell möglich, hängen aber von den Regierungskonstellationen ab

Die Politik und der deutsche Michel: Saufen statt kiffen?

Bilder vom Oktoberfest und von Männern mit Maßkrügen bestimmen irgendwie das Selbstbild der deutschen Politik, wenn es um das Verständnis von Party, Feiern, ja von Entspannung und Ausgelassenheit geht und dabei spielt die Tüte, der Joint oder gar die Wasserpfeife mit Marihuana überhaupt keine Rolle. Noch bestimmen recht moralistische, gängelnde Aussagen das Bild wie etwa jene der unsäglichen Bundesdrogenbeauftragten, die auf die Frage, warum Alkohol erlaubt und Cannabis verboten sei, antwortete: „Weil Cannabis eine illegale Droge ist.“ Dadurch zeigt sich zum einen die Verweigerung gegenüber der Realität, schließlich kifft heute ein Gutteil der Bevölkerung und holt sich das Zeug illegal beim Dealer, vier Millionen sollen es im Schnitt sein, zum anderen versucht aber auch die Politik mal wieder eine umfassende Erziehung der Bürger und der soll doch bitte Bier nach deutschem Reinheitsgebot genießen statt feinstes Kush oder ein paar Buds Northern Lite.

Die Frage nach einer Legalisierung von Cannabis beginnt sich zwar in einzelnen Bundesländern langsam mit Modellversuchen zu stellen, doch selbstverständlich hängt eine prinzipielle Veränderung von der Bundesregierung ab. Wenn hier beispielsweise bei der Wahl 2017 die CDU keine Koalition allein mit der SPD hinbekommt, dann holt Angela Merkel mit Sicherheit die Grünen mit ins Boot und deren Forderung lautet immerhin einen umfassende Legalisierung von Haschisch und Marihuana. Es lohnt sich also, Umfragen und Wahlen zu verfolgen, das kann enormen Einfluss haben.

Heuchelei und Gefahrenpotential

Cannabis LegalisierungPersonen wie die erwähnte Bundesdrogenbeauftragte faseln immer mal gern von der drogenfreien Gesellschaft, eine Art Idealbild, und übersehen dabei in der Ablehnung von Cannabis natürlich beflissentlich Alkohol, Nikotin oder auch Medikamente als legale Drogen. Zugleich leben wir aber in einer Demokratie, die dem Bürger eigentlich die Freiheit und das Recht auf diesen oder jenen Rausch einräumen sollte und so ist in der genuin deutschen Diskussion viel Heuchelei im Spiel.

Natürlich ist Cannabis nicht ohne, kann Folgewirkungen haben und besonders bei Jugendlichen ist der Konsum nicht begrüßenswert. Auf der anderen Seite kifft ohnehin jeder, der es möchte, und die Risiken von Psychosen, Abhängigkeiten sind sowieso vorhanden, egal ob Gras und Co nun legal oder illegal verkauft werden. Das Verbot jedenfalls führte schon immer dazu, dass Leute kriminell werden müssen, um sich am Abend entspannen zu dürfen. Wer sich mit Schnaps tot saufen möchte, der kann das problemlos tun, die Märkte sind voll mit harten Stoff für harte Kerle, doch wer ein Tütchen genießen will, der wird in der BRD wie ein gefährlicher Gangster behandelt. So führte und führt das Verbot von Cannabis zu einem immensen Aufwand für Polizei und Justiz, das verursacht Kosten und die Kräfte werden vielfach bei lächerlichen Vergehen gebunden während weit schlimmere Aktionen wie Terrorismus oder organisierte Kriminalität unentdeckt bleiben.

Unsere allerhöchsten Richter, die Damen und Herren von Bundesverfassungsgericht, urteilten bereits im Jahr 1994: „[Deshalb] wird das Suchtpotential der Cannabisprodukte als sehr gering eingestuft.“ (BVerfG 9.3.1994) Es gibt heute zahlreiche Vereinigungen aus Rechtsvertretern, Polizisten und Ärzten, die sich für eine Cannabis Legalisierung einsetzen, doch bleibt deren Einfluss bisher noch begrenzt, was sich freilich schnell ändern kann.

Cannabis in der Medizin: Erste zaghafte Schritte?

Auch in Deutschland kann sich etwas bewegen, das zeigt der erst vor wenigen Wochen durchgesetzte Entwurf für ein Gesetz zur Abgabe von Cannabis an schwerkranke Menschen. Vorgeblich wünscht sich das Bundesministerium eine bestmögliche Versorgung und beschloss jüngst sowohl eine Erstattung der Kosten durch die Krankenkassen und auch eine umfassende Begleitforschung zur Rauschdroge. Das ist zwar ein winziger, aber immerhin ein Schritt. Gesellschaftliche Entwicklungen nehmen stets die Reihenfolge Kultur, dann Wirtschaft und dann Politik und Gesetz und demnach befindet sich Cannabis ungefähr zwischen zunehmender kultureller Akzeptanz und anfänglicher ökonomischer Nutzung, allein die Politik schleppt sich noch ziemlich durch die eigenen Vorbehalte.

Aus diesem Grund beeilte sich die Regierung auch mit der Bekanntgabe, dass Cannabis für Schwerkranke allein bestimmt sein soll: „Cannabis ist keine harmlose Substanz, daher darf es auch keine Legalisierung zum reinen Privatvergnügen geben.“ (M. Mortler, Bundesdrogenbeauftragte)

Welche Vorteile bringt eine Cannabis Legalisierung?

Sollte sich etwas ändern, dann würde die Gesellschaft enorm profitieren und eben nicht zugrunde gehen wie uns das die Apologeten von Bier und Wein weismachen wollen. Die Cannabiskonsumenten hätten Zugriff auf Informationen zur Qualität, über den Gehalt an Wirkstoffen und den Dealern käme sofort ein Markt abhanden. Der Jugendschutz ließe sich durch offizielle Abgabestellen wie etwa in der Apotheke effektiv kontrollieren und ein eventuell problematischer Konsum könnte leichter erkannt und behandelt werden. Die Regierung hätte höhere Steuereinnahmen, würde enorme Kosten bei Polizei und Justiz einsparen, es würden neue Arbeitsplätze entstehen und am Ende stünde in einer demokratischen Gesellschaft der mündige, selbstbestimmte erwachsene Bürger. Es bewegt sich etwas und eine Legalisierung von Cannabis lässt sich angesichts einer zunehmenden Akzeptanz in der Bevölkerung auf Dauer auch durch die größten Betonköpfe in der deutschen Politik nicht verhindern.

Cannabis Legalisierung
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2 Kommentare

  1. Looped 19/11/2017 um 11:41 am Uhr - Antworten

    Petition 2017 mit 75 000 Stimmen im Petitionsausschuss. Bis 24.11.17 unterzeichen!

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