Kiffer Cannabis Hexenjagd

Teil 2 zur Hexenjagd auf Kiffer in der Geschichte mit jeder Menge Fake News und politische Hetze gegen Cannabis und die Hanfkultur (Bild von John Iglar auf Pixabay).

Nun zum zweiten Teil der leider manchmal unausrottbaren Stories über das Gras, meistens natürlich verbreitet von fiesen Medien mit Staatsauftrag oder schlicht von in der Regel sehr alten Politikern ohne Verständnis für die Vielfalt von Gesellschaften und Generationen. Ganz aktuell beispielsweise werden die Philippinen von einem gewissen Rodrigo Duterte beherrscht, der lässt einfach mal Drogenkonsumenten erschießen und wirft wie zu erwarten Crystal Meth und Cannabis in einen Topf. Durch die jahrzehntelange Propaganda gegen den Hanf glauben viele Menschen weiterhin, dass Kiffer plündernd und stehlend durch die Gegend ziehen um den Konsum der Hanfpflanze bezahlen zu können und darüber hinaus macht ein Joint laut solcher Fake News natürlich dumm, extrem faul und unfruchtbar. Jenseits dieser richtig bösen, indirekt zur (Staats)Gewalt gegen Hanfkonsumenten auffordernden Diskriminierung erzählt sich die Marihuana Community aber ebenfalls eine Menge Blech, teils unwissend, teils angeberisch und wir haben für Euch und für die nächste gesellige Runde mit Joint oder Vaporizer weitere Hanf Geschichten über so manche Hexenjagd auf Cannabis und über vollmundige Kiffer zusammengestellt.

Land der Lüge: Auffällig viele Lügenstories über den Hanf haben ihren Ursprung in Deutschland! Ob das an der bei uns politisch aufgezwungenen Bigotterie liegt oder an der Verehrung von Alkohol wissen wir nicht, aber wer sich mal ein paar Kommentare zum Beispiel der letzten als Bundesdrogenbeauftragte aktiven Politiker durchliest, der versteht ziemlich schnell, dass es in der Bundesrepublik beim Cannabis wie in vielen anderen Bereichen auf keinen Fall um die Wahrheit geht. Flunkern und die Bürger zum Narren halten ist die erste und wichtigste Pflicht für eine Funktion in den Regierungsparteien, auch wenn uns das regelmäßig den Spott der aus der Wissenschaft einbringen mag. 

Biowaffen: Das genetisch veränderte Cannabis

Gut, die Hanfsorten und Hanfsamen, die wir im Internet kaufen können, sind vielfach das Ergebnis exzellener genetischer Auslese, von Zucht und Züchtung und niemand käme auf die Idee, solche Cannabis Seeds als Biowaffen zu bezeichnen wie das zum Beispiel der aufgedrehte Alex Jones über das Coronavirus aus China verbreitet. Doch auch über Gras kursieren solche Geschichten und zwar seit den 80er Jahren, als diverse “Journalisten” erzählten, möglicherweise würden Dealer den Hanf so modifizieren, dass eine neue Anordnung von Aminosäuren in der DNA es den Behörden und Drogenhunden unmöglich machen könnte entsprechenden Schmuggel aufzudecken. Genetik, Cannabis, Dealer – diese Kombi reichte auf dem Höhepunkt vom “Krieg gegen die Drogen aus”, um mindestens in Bayern viele CSU-Wähler an das heraufzuziehende Weltengericht glauben zu lassen.

Quantitäten: Ein hoher Anteil THC im Hanf ist gefährlich

Diese Story ist schon per se absurd, weil ja THC immer gleich wirkt, aber wie zu erwarten erzählt öfters die aktuelle Bundesdrogenbeauftragte, auch von der CSU, mit vollem Ernst, dass die Wirkung von Hanf beim Kiffen anders sei als bei der Einnahme als Cannabismedizin! Wie ist das möglich? Umgekehrt wird kein Weintrinker von den Reben schneller süchtig als der Biersäufer vom Hopfen, aber dazu natürlich kein Wort von der Anti-Marihuana Lobby. Wird eine Cannabissorte mit viel THC konsumiert, dann nehmen die Leute entsprechend weniger ein, das ist alles. Die gerne auch wieder von der CSU blumig umschriebenen, angeblichen Suchtprobleme von Hanfkonsumenten gehen jedoch direkt auf die Weigerung dieser Partei zurück, sich endlich mit fairen und modernen Konzepten für eine wissenschaftlich fundierte, fürsorgliche Drogenpolitik im 21. Jahrhundert aufzustellen.

Paradiesisch: Der mysteriöse Cannabisplanet

Im Jahre 2015 wurde ein Himmelskörper mit der Bezeichnung X637Z-43 von der NASA beschrieben, der schnell im Internet als ein vollständig mit Cannabis bewachsener Planet zu zirkulieren begann! Klar klingt das verlockend, aber erstens waren diese Storys waschechte Fake News, ausgebrütet auf einer der vielen diesbezüglich aktiven Websites und zum anderen könnten wir Kiffer und Hanfpatienten dort ohnehin kein Gras probieren – vom blauen Planeten zum grünen zu reisen würde wahrscheinlich Millionen Lichtjahre dauern.

Bauernschläue: Zero-Zero Haschisch aus Marokko

Seit sich die EU in das neue Zeitalter vom Corona Biedermeier verabschiedet, die eigenen Bürger auf dem Kontinent einschließt und jeden Touristen zurückweist außer man möchte in die deutschen Sozialsysteme einwandern, gibts logischerweise viel mehr Razzien gegen den beliebten Haschisch aus Marokko. Dort wird bekanntlich die beste knetbare Rauchware dieser Art auf der ganzen Welt produziert und ein wichtiger Prozess dabei ist das aufwendige Sieben. Angeblich schütteln einige Bauern das geerntete Rohmaterial, also die Hanfblüten, vor dem Sieben ein paar Mal kräftig gegen Schüsseln oder Töpfe und was dort dann rausfällt, wird in der Szene als Zero-Zero Hasch angeboten. Gemeint ist praktisch unbehandelte Spitzenqualität ohne (zero = null) das Aussieben – möglichst Bio verkauft sich natürlich auch rund um Cannabis am besten. Diverse Recherchen haben ergeben, dass die auf diese Weise gewonnnene Menge Haschisch absurd gering ist um irgendeinen Markt zu beliefern und wer rausfinden möchte, ob Zero-Zero wirklich existiert, muss wohl persönlich ins Rifgebirge reisen nach Nordafrika. 

Rauschgift: Hanf wird oft mit Heroin oder Crystal Meth gestreckt

Zum Abschluss auch diese Paranoia, die biertrinkende Eltern gerne ihren mit einem Joint erwischten Kindern erzählen – angeblich strecken die bösen Dealer das Gras, den Hasch oft direkt mit harten Drogen, also Heroin, Koks, Crystal Meth und was sonst noch alles besonders schrecklich klingt. Nicht jeder stellt da sofort die berechtigte Frage: Wie soll sich das wirtschaftlich auch nur im Ansatz lohnen? Welcher Dealer mischt denn Substanzen zusammen in der Hoffnung, das würde die gesamte Kundschaft süchtig machen, obwohl doch gerade die Auswahl ein gutes Angebot ausmacht? Vor Jahren wurden mal Cannabis Straßenverkäufer in Berlin befragt, ob denn in der Bundeshauptstadt mittlerweile auch die gefährliche Droge Krokodil aus Russland zu haben sei. Die Antwort war eindeutig und klärt ganz nebenbei diese heute hier letzte Lügenstory über den Hanf: Warum sollte man Dinge verkaufen, die den Kunden schnellstmöglich umbringen oder derart ins Elend werfen, dass er nie wieder Gras kaufen kommt zum am Profit durch den Verkauf interessierten Dealer?