Gaming-Industrie Japan Cannabisv

In Japan bekommt selbst die Gaming-Industrie von der Politik bei deren Windmühlenkrieg gegen Cannabis das Mitmachen befohlen (Bild von R. 井上 auf Pixabay).

Kennt Ihr den Spielehersteller Capcom? Titel wie „Resident Evil“ auf der Playstation könnten für Kiffer in Zukunft einen bitteren Nachgeschmack haben, denn dieser Hersteller engagiert sich gerade gegen japanischen Konsumenten der beliebten Hanfprodukte. Ohnehin ist die Insel mit Sushi, Tokio und Fukushima beim Thema Hanf wenig attraktiv aber die Gaming Industrie gegen Cannabis einbinden, das gibt’s wohl kaum in einem anderen Land dieser Welt. Falls Ihr mal Urlaub macht und Maske im Wald tragen wollt, das ist Vorschrift vor Ort und vielleicht auf die Suche geht nach Gras – ein Gramm Marihuana kann bis zu 50 Dollar kosten im Land der aufgehenden Sonne! Was genau passiert da gerade vor Ort, wo doch eigentlich nach dem Zweiten Weltkrieg so viele positive Entwicklungen in Richtung Demokratie und Rechtsstaat stattgefunden haben?

Ace Attorney soll den Cannabiskonsum junger Leute beeinflussen

Der Name bezieht sich auf eine in Japan und unter Spielern allseits bekannten Figur und Serie, einen echten Beststeller aus dem House Capcom. Vom Konzern gab es dazu nun eine Meldung, dass man in Zusammenarbeit mit der Polizei von Osaka eine Kampagne starten wird gegen das Kiffen. Diese Kooperation steht schon seit rund acht Jahren, aber bis dato waren Haschisch und Marihuna kein Thema.

Warum also ausgerechnet jetzt solche Aktionen gegen den Hanf, der bekanntlich selbst im verknöcherten Deutschland kommendes Jahr legalisiert wird? Orientieren sich die Japaner etwa an China, wo jüngst sogar nicht berauschende CBD Produkte verboten wurden als leicht zu durchschauendes „Gegenmodell“ zum verhassten Westen und seiner liberalen Drogenpolitik?

Kiffen bleibt in Japan immer noch kriminalisiert

Berichten von Cops und Politikern zufolge steigt der Cannabis Konsum im Land der aufgehenden Sonne und statt hier mehr Respekt gegenüber zwar jungen, aber erwachsenen Bürgern zu zeigen wird gedroht wie das ja auch bei uns unter den Merkel Regierungen der Fall gewesen ist. Poster und Flyer sollen mit den Visagen der Charaktere aus der Spieleserie rund um „The Great Ace Attorney Chronicles“ bestückt werden und Stimmung gegen Hanf machen!

Zu sehen sein werden diese Kunstwerke dann in Schulen, auf Polizeistationen, haha und in der allgegenwärtigen U-Bahn von Osaka. Der Titelheld soll cartoonmäßig mit dem großgeschriebenen Wörtchen „No“ überzeugen und wir müssen da gleich an die absurde, völlig sinnlose Kampagne in den 1980er Jahren denken, als Nancy Reagan im Gefolge vom damaligen „War on Drugs“ schwer süchtigen Crack-Abhängigen riet, einfach nein zu sagen im Kampf gegen die Sucht. 

Spielen lassen sich die Games von Capcom sicher gut und Ace Attorney ist eine Art fliegender Anwalt samt Schlips und Anzug, der für das Leben seiner Klienten kämpft. Eine Top-Produktion der Schmiede, die für viel Umsatz sorgt. Aber geht’s dem Konzern bei solchen Aktionen tatsächlich um die Gesundheit im Lande und hält man in der Chefetage ausgerechnet Haschisch und Marihuana für eine Bedrohung etwa für die Erhaltung der Arbeitskraft der nicht selten wie Sklaven behandelten Angestellten ?

Ist die Cannabis Legalisierung in Japan undenkbar?

Die geplanten 4000 Flyer enthalten gleich noch einen sogenannten Mund-Nasen Schutz als „Geschenk“. Soll solcherlei Zinnober die jungen Gras Konsumenten überzeugen? Offenbar glauben das die Beteiligten, denn einmal ist die japanische Gesellschaft praktisch in ihrer Alterspyramide erstarrt und gerade in Betrieben oft unfähig, die Bedürfnisse der Leute zu verstehen. Zugleich fordern die Unternehmen in beinahe sowjetischer Manier, die Bürger mögen bitte wählen gehen, sich bilden und kulturell aufmerksam sein zum Beispiel bei der gefürchteten Überfremdung durch die Cannabis Sitten aus dem Ausland.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen müsst Ihr wissen: Hanf war auf der Insel für Jahrtausende ein überall verbreitetes Genussmittel, eine hochwertige Medizin und nicht zuletzt ein extrem vielseitiges Produkt aus der Landwirtschaft, aus dem schon die japanischen Piraten ihre Segel und Taue für die Plünderungen auf der koreanischen Halbinsel knüpften. Aktuell ist alles rund um psychoaktive Cannabinoide verboten, ja selbst der Konsum von THC wird bestraft! 

Immerhin gibt’s vor Ort den Anbau von nicht berauschendem Nutzhanf und auch CBD Produkte sind erlaubt seit ein paar Jahren. Wer jedoch mit einer noch so winzigen Ecke Hasch oder Gras erwischt wird riskiert ziemlich sicher bis zu fünf Jahre Gefängnis. Dealer bekommen von Justiz und Behörden wahrscheinlich bis zu zehn Jahre ihres Lebens gestohlen.

Den Verbrauchern freilich scheint das genauso egal wie bei uns, wo Markus Söder und Konsorten weiterhin versuchen zu zetern ohne gehört zu werden. Eine echte Freigabe von Cannabis in Japan ist jedoch Experten zufolge zumindest heute aktuell undenkbar und damit das auch so bleibt vor Ort müssen nun sogar die Actionhelden aus dem Gaming an die Front.