Cannabis Rezept Spanien

Nach langem Warten bekommen Hanfpatienten in Spanien nun bald das Cannabis auf Rezept und können sich ihr Gras in der Apotheke kaufen (Bild von sgrunden auf Pixabay).

Was ziemlich komisch klingt ist rund um Hanf mal wieder typisch: Spanien erlaubt im Rahmen der Cannabis Social Clubs zwar den privaten Anbau und Austausch von Marihuana, hat aber zugleich bis dato noch keinen funktionierenden Vertrieb für das Gras auf Rezept für Patienten am Start! Es regiert der Amtsschimmel wie bei uns und kranke Menschen dürfen oft monatelang auf ihre Medizin warten. Solche Zustände sind auch bei den Katalanen nur möglich, weil Politiker über Jahrzehnte das eigens erschaffene Feindbild THC mit allen Mitteln kultivierten und diese selbstgestrickten Lügen heute nicht mehr los werden. Anstatt Selbstkritik zu üben und das Versagen in der Drogenpolitik einzugestehen, wird wie jetzt auf der Iberischen Halbinsel zu sehen, jeder Trippelschritt hin zur Normalisierung der Cannabinoide als große Leistung verkauft. Immerhin soll nun endlich auch in Spanien das Cannabis Rezept in den Apotheken zu haben sein – warum geht das nicht schneller?

Bürokratische Schikane und das Elend der Hanfpatienten

Wir wollen nicht übertreiben, aber der behördliche Umgang mit Patienten in Spanien wie auch in Deutschland ist beim Thema Medizinalhanf wirklich erbärmlich. Die Iberer können zwar Gras beantragen beim Arzt und dabei ein paar mehr Beschwerden vorbringen als bei uns, aber die Verordnung selbst gibt’s nur im Krankenhaus und auch nur für Menschen, die nicht privatversichert sind. Freie Wahl bei Behandlung und Therapeutikum heißt es immer so großspurig vom Gesetzgeber – nicht so beim Cannabis, das die Politik weiter als „Drogen“ abstempeln möchte!

Also warten die Leute oft viele Wochen, bis das eigentlich uralte, bewährte und heute umfassend wissenschaftlich untersuchte Heilmittel bei ihnen eintrifft und müssen sich in der Zwischenzeit mit der chemischen Keule bei häufig grauenhaften Nebenwirkungen vollpumpen. Das freut die mit der Politik immer eng verbandelte Pharmaindustrie und so klingt es nicht sonderlich überraschend, wenn in Spanien trotz Öffnung beim Hanf Rezept die besonders beliebten und nachweislich effizienten Grasblüten in der Therapie erstmal außen vor bleiben.

Für welche Beschwerden gibt’s das Cannabis Rezept vom Arzt?

Um die eigenen Geschichten über den gemeingefährlichen Hanf wider alle Forschung noch ein bisschen weiter zu reiten meinen Politiker in der EU, man könne die Verordnung von Cannabis durch Mediziner wirklich nur im äußersten Notfall erlauben. In Deutschland müssen Patienten erstens praktisch schon tot sein, zweitens geduldig und drittens genügsam, um an das THC zu kommen und die Liste der Krankheiten als mögliche Indikation für Cannabinoide liest sich wie ein Bericht von der Krebsstation. Spanien ist ähnlich drauf und erlaubt die Marihuana Rezepte zum Beispiel bei:

  • Schmerzen,
  • Endometriose,
  • Fibromyalgie,
  • Epilepsie und
  • Krebs.

Grasblüten, die in vielen Studien bei der Wirkung und Verträglichkeit am besten abschneiden, wird es aber immer noch nicht geben für die kranken Leute! Das Marihuana soll nur zur „Erforschung“ dienen und so gibt’s – die Pharmakonzerne wird’s freuen – direkt den chemischen Mitteln verwandte Extrakte. Dadurch sollen sich viele Betroffene wohl gleich noch mehr als unheilbar Kranke empfinden, die keinen Joint halten können und die rechtlich dem Heroinjunkie mit dem täglichen Schuss auf Staatskosten gleichgesetzt sind.

Und was bedeutet die Freigabe beim Medizinalhanf für die Cannabis Social Clubs?

Die haben, wenn auch unerlaubt, die Patienten all die Jahre mitversorgt und wie in Deutschland ist das therapeutische Weed anbauen sehr verbreitet, werden zum Beispiel Marihuana Seeds und Hanfsorten gegen Übelkeit und viele andere Beschwerden immer öfters in der Erde versenkt auf dass sich bald eine ordentliche Ernte zeigen mag. Bisher gibt es keine Informationen, ob denn das Gras als Heilmittel mit Verschreibung irgendwelche Probleme oder auch Erleichterungen für die spanischen Cannabis Social Clubs bedeutet.

Eigentlich könnten diese meist sehr erfahrenen Hanfbauern den heimischen Markt mit hochwertigen Sorten beliefern, aber ob der Staat ausgerechnet von Kiffern kauft – die doch all die Jahre medial und bürokratisch mit allen Mittel schikaniert wurden? Wenigstens betonen die Behörden in Spanien, dass die neusten Erleichterungen beim Cannabis Teil sein könnten einer Entwicklung, aus der irgendwann auch eine echte, vollständige Legalisierung vom Gras erwächst – ob das stimmt und wieso müssen Kiffer im 21. Jahrhundert immer noch auf Fairness warten?