Cannabis Mundbrennen Studie

Eine Studie zeigt wie Cannabis bei Mundbrennen und bei einer schmerzhaften Zunge helfen kann als Therapeutikum für die Mundhöhle (Bild von Ryan McGuire auf Pixabay).

Aus Italien erreicht uns eine neue Cannabis Studie zum Mundbrennen und dem sogenannten Burning-Mouth-Syndrom (BMS). Dabei leiden Betroffene über Stunden jeden Tag an Schmerzen auf der Zunge und in der Mundhöhle, was darüber hinaus medizinisch in seiner Entstehung noch nicht völlig verstanden ist. Entsprechende Behandlungen schlagen häufig fehl und entsprechend begeistern zeigen sich die Wissenschaftler über die jüngsten Erfolge bei der untersuchten Behandlung mit hocheffizientem Hanföl. Eine echte Pilotstudie also, die Wirksamkeit und eine heilsame Funktionsweise der Cannabinoide zwischen Wangen und Lippe konstatiert – könnte demnach zum Beispiel eine Cannabis Mundspülung bei Zungenbrennen und Co helfen? In freien Ländern mit Marihuana legal dürften an BMS erkrankte Patienten sicher schon den Selbstversuch und auch in Deutschland könnte sich in Zukunft bei entsprechender Forschungslage das Cannabis Rezept bei dieser Indikation lohnen.

Medizinische Verwendung von Hanföl im Fokus

Die aktuelle Untersuchung zum Cannabis bei Mundbrennen und schmerzender Zunge unternahm die Universität Turin. Es wurden dazu 17 Patienten mit Burning-Mouth-Syndrom gewonnen, die nahmen über vier Wochen bei entsprechender Dokumentation in Olivenöl gelöste Cannabinoide ein. Das Verhältnis von Gras zum Trägeröl lag bei 1:10. Bis dahin, so die Macher der Studie, gab es keinerlei ähnliche Untersuchung und weil die Erkrankung zudem als neuropathischer Schmerz gilt, fehlen logischerweise auch Therapien – Ursache und Auslöser für die verwundete Mundhöhle sind unbekannt. Weil nun aber das Cannabis zunehmend in seiner Interaktion mit dem menschlichen Endocannabinoid-System verstanden und erforscht wird, könnten die Wirkstoffe der Hanfpflanze vielleicht auch bei dieser Indikation Beschwerden lindern.

Pflegeprodukte und Hanfsamen: Wir brauchen hier gar nicht auf die beneidenswert freien Amerikaner und Kanadier mit ihren Hanfgeschäften für Erwachsene schauen – auch in Deutschland nehmen viele Menschen gerne das nicht berauschende, körperlich wohltuende Cannabidiol bei Entzündungen und Schmerzen ein. Da gibt es die passende Mundspülung und den Kaugummi im Online Fachhandel und wer selbst Grasblüten in Öl aufbereiten möchte, findet im Internet problemlos passende Hanfsamen. Hoch spezialisierte Marihuana Samenbanken haben eine breite Palette an Seeds für das hierzulande allerdings illegale Anbauen von Cannabis und konzentrieren sich beim Sortiment zunehmend auch auf therapeutische Verwendungen. 

Bei den Probanden jedenfalls zeigten sich überraschend schnell und deutlich sehr positive Ergebnisse. Umgehend stellten die italienischen Wissenschaftler das Ganze der internationalen Forschergemeinschaft vor. Cannabinoide tragen teil sehr bekannte Abkürzungen wie THC oder CBD und CBN und in der ernsthaften medizinischen Analyse gibt es immer mehr Bezugspunkte zum Heilen von Erkrankungen. Das Geheimnis ist die große Ähnlichkeit der Pflanzenstoffe mit Cannabinoiden, die unser Körper selbst herstellt und damit zum Beispiel Entzündungen oder Schmerzen regelt. Warum wir Menschen dieses System besitzen und auch viele Tiere und weshalb die Graspflanze hier einen Zusammenhang hergestellt hat, wissen wir nicht – Experten halten eine gewissermaßen koexistierende Evolution von Cannabis und den Säugetieren für denkbar. Aus diesem Grund vergiften wir uns übrigens beim legalen Trinken von Alkohol, was dann die Leber mit großer Anstrengung wieder bereinigen darf, während beim illegalen Kiffen lediglich bereits vorhandene Körperprozesse stimuliert werden. 

Welche Schmerzreduktion bei BMS konnte das Cannabis-Öl bieten?

Hier schauten die Forscher natürlich besonders genau an und legten vier Kategorien an zur Staffelung der Schmerzempfindungen nach dem Konsum der Cannabinoide. Notiert wurden ebenso auftretende Ängste und Depressionen, schließlich ist diese Art Erkrankung ziemlich nervig und belastend für die Betroffenen. Ergebnis: Alle Patienten mit BMS profitierten vom Cannabis! Weniger Schmerzen sowohl kurz nach dem Beginn der Studie wie auch in den Wochen nach dem Zeitraum der Einnahme zeigen eine deutliche Wirksamkeit des Hanföls. Die Leute schliefen dazu besser, hatten weniger Angst und erhielten dank des Präparats mehr Lebensqualität. Besondere Nebenwirkungen oder negative Reaktionen wurden nicht beobachtet.

Sicher und effizient: So bezeichnen die Mediziner von der Universität Turin eine Therapie mit Cannabis beim Burning-Mouth-Syndrom und halten bei schmerzender Zunge, Lippe, Mundhöhle den Einsatz von Marihuana in Öl gelöst für vorstellbar. Allerdings möchte man für bessere Einsicht gerne weiter forschen, mit mehr Probanden und gegebenenfalls auch stärkeren oder schwächeren Hanfpräparaten. Ob das im Lockdown Europa mit seinen Bierpolitikern möglich ist? Oder holt sich am Ende wieder nur eine aufmerksame Firma aus Kanada, Israel oder den USA das Patent, weil in der EU Cannabinoide immer noch als Rauschgift betrachtet werden?