Cannabis und Bundestagswahl 2017Das TV Duell zwischen Merkel und Schulz hat gezeigt, dass sich die Parteien in Deutschland wunderbar einig sind in der Analyse, alles laufe prima, aber die Show war im Ganzen ein Witz und zeigte vor allem, wie weit sich die führenden Politiker von der Bevölkerung entfernt haben. Cannabis jedenfalls spielte im TV Duell auch am Tag danach bei den kleineren Parteien keine Rolle und Kiffer fragen sich zu Recht, wo das Kreuz am 24. September zur Bundestagswahl am meisten lohnt. Und wenn es hierzulande viele Leute gibt, die rauchen Weed zum Vergnügen, dann hat das erst mal wenig zu tun mit dem Medizinalhanf, den die Minister und Beamten der Großen Koalition lediglich einigen schwerstkranken Patienten zugestehen wollen. Wie also steht es um die CDU und um deren Positionen zum Hanf? Sind hier nach der Wahl dann Verbesserungen zu erwarten oder werden im Zuge der allgemeinen Überwachung der Gesellschaft vielmehr Gängeleien von Kiffern verstärkt?

Cannabis und Bundestagswahl 2017: Berliner CDU verwechselt Hanf mit Salbei!

Um es gleich mal symbolisch auch deutlich zu machen: In Berlin engagiert sich die CDU bekanntlich sehr stark gegen Haschisch und Marihuana, der Senat wird immer mal wieder heimgesucht von falschen Anschuldigungen, von unwissenschaftlichen Gekeife, das lediglich der eigenen Klientel eine harte Law and Order–Linie der Christdemokraten vorgaukeln sollen. Wie stark sich die CDU für die Sicherheit der Bürger wirklich interessiert, lässt sich täglich in stetig wachsenden No Go Areas von Köln bis Berlin oder auch an den deutschen Grenzen vor allem zu Polen und Tschechien beobachten.

Nun ist gegen Sicherheitspolitik nicht per se etwas einzuwenden, aber die Berliner CDU ist eben nur lachhafter Papiertiger, der beim Hanf kürzlich für Gejohle sorgte. Es wurden Propaganda–Postkarten gedruckt, auf denen waren Salbeiblüten abgebildet, ausgegeben als Cannabis und mit drastischen Worten der Ablehnung versehen! Salbei? Ja, der Unterschied ist eigentlich recht deutlich zu sehen, aber die CDU setzt nicht nur auf totale Verblödung wie Merkel in der Flüchtlingskrise, sie hat auch selbst überhaupt keine Ahnung von der Materie!

Zwischen Politpropaganda und Lügenpresse

Dabei ist Berlin nur ein Schlachtfeld, richtig finster wird es in Bundesländern wie Sachsen und Bayern. Dort brüsten sich die scheinbar Konservativen mit großangelegten Razzien gegen Dealer und meist kassieren dabei gut 60 Beamte über 6 Stunden verteilte ungefähr 5 bis 10 Gramm Haschisch ein, setzen zwei oder drei Konsumenten und dazu wenige Dealer fest. Ein Riesenaufwand also, der lediglich dem Selbstzweck zu noch mehr Polizei dient und es ist schon erstaunlich, dass die verschlechterte Sicherheitslage dank der bedenkenlosen Öffnung der Grenzen nun mit weiteren Ordnungshütern, mit Videoüberwachung und Datenspeicherung vor allem gegen die deutschen Bürger gerichtet ist.

Die Medien tun auch hier ihr übriges und fallen ein in den anschwellenden Bocksgesang in CDU / CSU und garnieren ihre Berichte weiterhin mit wissenschaftlich längst widerlegten Thesen über Cannabis. Der Höhepunkt war dabei der jüngste Bundesdrogenbericht, in dem die knarzige und wenig informierte Marlene Mortler von der großen, umfassenden Bedrohung durch eine Cannabis Lobby warnte, natürlich ohne dabei Fakten oder gar Personen und Unternehmen benennen zu können.

Der Egotrip des Jens Spahn hört auch bei Cannabis nicht auf

Ein besonderer Fall ist dabei jener des umtriebigen und von selbsternannten CDU Experten schon zum Nachfolger der Bundeskanzlerin ausgerufenen Jens Spahn. Dieser Herr kämpft zwar lobenswerter Weise für die Rechte von Schwulen, hält bei Cannabis aber umgekehrt nichts von Selbstbestimmung. Jüngst machte sich Spahn mit seiner Hipster–Kritik zum Affen und zum Weed hat er gleichfalls groteske Ansichten. Normalerweise würden wir diese Person gar nicht in unserem Artikel erwähnen, aber er hat Einfluss und Macht und da ist es bedenklich, wenn Spahn meint, eine Hanf Legalisierung wäre nicht nötig. Begründung: Es ist ja überall Gras zu haben auf der Straße! Geht’s noch? Dieser Politiker meint demnach, man müsse sich den Strafverfolgungsbehörden aussetzen beim Kauf von Dope, könne es aber gerne probieren – vielleicht klappt es ja! Zugleich wird von benötigten Entzugskliniken für Cannabis gefaselt, doch wer sich die Biographie des Jens Spahn anschaut, seine Aktivitäten, dann wird schnell klar: Hier spricht nur eine Marionette der Pharmaindustrie.

Und was sagt Angela Merkel zu Haschisch und Marihuana?

Am Ende noch ein Wort zur Kanzlerin selbst, wobei hier die CDU und Cannabis nicht direkt so zusammengehen wie gedacht. Selbstverständlich ist Merkel gegen Kiffer, gegen Hanf, sie hat sogar Probleme mit der Verordnung von Weed Medizin, lässt es aber gerade so noch durchgehen. Es ist also prinzipiell von keiner Initiative pro Cannabis auszugehen, doch auch hier müssen Beobachter genauer hinsehen: Das gesellschaftliche Klima hat sich geändert, die Biertrinker in Bayern haben unter jüngeren Leuten keine Lobby mehr und der Joint zum Feierabend und Wochenende ist für viele Menschen normal, wenn auch illegal.

Es ist deshalb durchaus denkbar, dass Merkel ihre Position in der kommenden Legislaturperiode, gerade auch abhängig von den Koalitionspartnern, einfach wechselt – und Cannabis freigibt! Warum? Nun, diese Politikerin hat vielfach bewiesen, dass sie eigentlich gar keinen Standpunkt hat und nur sagt und tut, was gerade irgendwie Thema ist – siehe Atomausstieg, Flüchtlingskrise oder Bankenrettung. Aber natürlich sollten Kiffer nicht darauf bauen, das widersprüchliche und sprunghafte Verhalten der Bundeskanzlerin lässt sich eben nicht voraussehen und so sollten alle Anhänger von Cannabis, gleich ob Dope Smoker oder Medizinalhanf Patienten, am 24. September auf keinen Fall die CDU wählen.