Cannabisanbau zu HauseEs scheint ein großer Schritt in die Legalisierung von Cannabis zu sein. Denn nun darf ein deutscher Patient als erster Deutscher Cannabis zu Hause anbauen. Natürlich handelt es sich bei ihm um medizinisches Cannabis, um seine Krankheit erträglicher zu machen. Aber am Ende ist Cannabis doch immer Cannabis und bleibt auch Cannabis. Und dass nun ein Patient diese bei vielen Politikern immer noch als gefährliche Droge bezeichnete Substanz zu Hause anbauen darf, ist doch ein deutlicher Fingerzeig.

Mann braucht das Marihuana – es ist aber zu teuer

Ein schwer kranker Mann aus NRW braucht das Cannabis, um seine Leiden, die von seiner Krankheit ausgelöst werden, zu lindern. Medizinisches Cannabis ist hierzulande ja auch erlaubt und auf Rezept in Apotheken erhältlich. Jedoch ist es dort auch sehr teuer, was dem Patienten aus NRW zum Verhängnis wurde. Er kann es sich nämlich schlichtweg nicht leisten, das Marihuana in der Apotheke kaufen zu gehen, um damit seine Krankheitssymptome zu lindern. Denn die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, zumindest noch nicht. Diesen Zustand wollte der Mann aber nicht hinnehmen und wandte sich an einen Anwalt. Mit Erfolg, denn bis die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hat er die offizielle Erlaubnis, in seinem Badezimmer Cannabis anzubauen, sogar bis zu 130 Pflanzen im Jahr.

Cannabisanbau zu Hause: Ein Bundesamt macht es möglich!

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, hat mit dieser Erlaubniserteilung deutlich gemacht, dass medizinisches Cannabis eine Therapiemaßnahme ist, um Leid und Schmerzen zu lindern. Dieser Schritt ist schon einmal ein sehr wichtiger Schritt, damit zumindest demnächst auch die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Und es ist vielleicht auch ein Schritt hin in die Legalisierung von Cannabis.

Natürlich darf der Mann aus NRW, der die Erlaubnis zum Cannabisanbau über seinen Anwalt erwirkt hatte, das Cannabis ausschließlich für den Eigenbedarf anbauen. Denn eine Weitergabe ist unzulässig und wäre in dem Fall natürlich illegal. Dass aber nun der finanzielle Background eines Patienten so berücksichtigt wurde, ist sicherlich eine sehr gute Sache.

Gewisse Auflagen hat der Mann aber selbstverständlich auch bekommen. So muss er beispielsweise genau Buch darüber führen, wie viele Pflanzen er anbaut und nutzt. Und bestimmt wird das auch irgendwann vom Amt auch überprüft werden, um die Richtigkeit seiner genauen Buchführung zu überprüfen. Das dürfte den Mann aber sicher ziemlich egal sein. Übrigens gilt seine Erlaubnis nur so lange, bis die Krankenkasse eine Kostenübernahme für Cannabis-Produkte übernimmt. Wenn dieser Fall eintritt, dann heißt es wieder „bye bye“ Cannabisanbau im Badezimmer. Und zunächst ist sein Anbau auch nur bis zum 30. Juni 2017 befristet und müsste dann neuerlich genehmigt werden, falls es bis dahin keine Kostenübernahme der Krankenkasse gibt.

Cannabis als Medizinprodukt sehr erfolgreich

Cannabis hat sich bisher in der Medizinwelt als Therapiemaßnahme sehr erfolgreich gezeigt. Denn das pflanzliche Produkt ist nicht nur bei Patienten mit starken Schmerzen ein sehr guter Helfer, der zur Leidminderung beiträgt. Auch Epileptiker und Menschen, die am Tourette-Syndrom leiden, profitieren von dem pflanzlichen Produkt. Denn der Wirkstoff THC zeigt sich sozusagen als Allrounder in Sachen Wirkungsspektrum und kann so sehr vielen Menschen auf der ganzen Welt helfen, chronische Krankheiten besser in den Griff zu bekommen und Schmerzen zu minimieren. Und allein aufgrund der erstaunlichen Erfolge in der Medizin sollte Cannabis in jeglicher Form nicht nur von den Krankenkassen bezahlt werden, wenn es ärztlich verschrieben wird. Es sollte ganz legalisiert werden, da es schließlich viele Patienten gibt, deren Krankheiten oder Schmerzen für Mediziner nicht so ausgeprägt sind, als dass es ein Rezept für Cannabis gäbe. Aber auch diesen Menschen sollte geholfen werden. Zudem trägt es natürlich auch zur Senkung der Kriminalität bei. Denn Cannabis-Dealern zieht man so den Zahn.