Frankreich sollte Cannabis legalisierenLa Grande Nation hat weltweit mit die höchsten Konsumzahlen beim Cannabis und das obwohl der Hanf in Frankreich eigentlich verboten ist. Wer also das Kiffen reduzieren und vor allem reglementieren und kontrollieren möchte, der muss diese Drogenpolitik für gescheitert erklären und vor allem ändern, das ist bei den Galliern nicht anders als in Deutschland auch. Allerdings ist die Verquickung von Politik, Big Pharma und Ärzteschaft hierzulande ziemlich festgefahren und es gibt eben keinen Rat von Experten, die eine Legalisierung von Cannabis fordern wie gerade frisch in Frankreich zu besichtigen.

Sachverständigenrat mischt sich ein in die Hanf Debatte

Dieses Gremium für Wirtschaftsfragen fordert eine staatliche Kontrolle von Cannabis durch den Staat, das ist beste französische Tradition und mit Sicherheit werden bei der Freigabe dann auch zehntausend neue Beamte Arbeit finden in der Regulierung selbst. Präsident Macron hat zwar noch keine Sonntagsrede zu Haschisch und Marihuana gehalten, wird aber aufgefordert von den Experten, hier endlich seinen Hintern im Elysee Palast zu bewegen. Das Rundschreiben, nicht das bei Asterix, aber so ähnlich, ging übrigens auch ein bei den Gesundheitspolitikern und im Innenministerium, was die Ernsthaftigkeit des Anliegens einer solchen Expertengruppe verdeutlicht.

Cannabispolitik in der EU ist gescheitert

Nicht nur, dass durch das Verbot von Hanf dann eben eine Menge Cannabis in Umlauf gerät, das gestreckt ist und damit gefährlich – eine Kontrolle findet nicht statt und so dürfen staatliche Organisationen bezahlen und kurieren, womit sich die kriminelle Mafia eine goldene Nase verdient. Das Gremium der Fachleute verweist auf das Ausland, nach Kanada und auf die USA, wo die Freigabe von Cannabis den Konsum entscheidend reguliert. Dadurch wird organisiertes Verbrechen bekämpft, es gibt Steuereinnahmen auch zur Prävention, es gibt effizienten Jugendschutz und ganz nebenbei eine Möglichkeit für viele Menschen, einen guten und zukunftssicheren Job zu finden. Frankreich hat wirtschaftliche Impulse dringend nötig – Cannabis legal kann hier helfen.

Gesellschaftliche Forderungen nach neuen Ansätzen

Die Experten wollen einen Sachverständigenrat, eine Behörde zur Aufsicht rund um legalen Hanf, die den Vertrieb und Verkauf genau überwacht und damit Kinder und Jugendliche besser schützt. Wenn bei den Franzosen so beispielsweise bis zu 700 Tonnen Cannabis pro Jahr konsumiert werden, dann lassen sich damit auch drei Milliarden Euro Steuern einnehmen und mehr als 50.000 Leute könnten in einer solchen Hanf Branche arbeiten. Warum also wird hier nicht zusammengebunden, was allen Seiten nur Vorteile bringt? Ist es in 2019 nicht an der Zeit, ideologische Vorurteile beim Cannabis endlich abzubauen, zumal andere Länder das erfolgreich vormachen?

Jüngst haben in Frankreich mehr als 70 Intellektuelle einen Aufruf zu einer neuen Drogenpolitik gefordert, der Rückhalt erstreckt sich bis in die Nationalversammlung. Auch stimmen immer mehr Volksvertreter deutlich für Cannabis als Medizin und hier ist es nicht weit hin zur Selbstbestimmung beim Hanf, über dessen Konsum freie Bürger zumal in der 5. Republik selbst bestimmen sollten. Wird Macron das Thema nutzen und sich eine Brücke bauen, die er selbst etwa bei der Auseinandersetzung mit den Gelbwesten zuvor niedergebrannt hat?