Cannabis Männliche Fruchtbarkeit

Wir schauen auf Forschung rund um Cannabis und die männliche Fruchtbarkeit, da über Hanf für den Mann immer noch Fake News zirkulieren (Bild von sarahbernier3140 auf Pixabay).

Einige immer noch im Umlauf befindliche Fake News und lancierte Schwindeleien rund um den Hanf drehen sich gerne mal um Männer und ihr bestes Stück. Aber was ist dran an der Wirkung von Cannabis auf die männliche Fruchtbarkeit und werden die Herren der Schöpfung durch Kiffen wirklich zeugungsunfähig wie durch gerade in Deutschland in den Medien stets präsente Experten behauptet? Wir schauen uns mal die Studienlage an, schließlich gibt’s unzählige Männer mit einer Vorliebe und THC, die zugleich gesunden Nachwuchs produzieren! Handelt es sich also um Übertreibungen oder kann der Konsum zum Beispiel der besonders starken Hanfsorten tatsächlich Schaden anrichten mit Blick auf die Geschlechtsorgane und deren Funktionalität?

Von Erektionen und der Frage nach dem Sex auf Gras

Zur Schonung Eurer Nerven werden wir hier nicht alle Stories über das Kiffen und die angeblichen Schäden dadurch in der Hose wiederkäuen. Besonders häufig begegnet uns freilich die Geschichte von der ausbleibenden Erektion, der wachsenden Unlust von Hanfkonsumenten – zugleich gilt Cannabis aber seit Urzeiten als Aphrodisiakum! Wie geht das denn zusammen? In der Summe wird heute gerne erzählt, die Männer wären auf Gras zu keiner Performance mehr fähig und Kinder kämen auch keine zustande. Natürlich gibt’s solch ein „Narrativ“, das Lieblingswort des Kevin Kühnert von der SPD, über mögliche Auswirkungen von Alkohol nicht, aber den Vergleich der Substanzen haben wir für Euch an anderer Stelle schon mal aufbereitet.

Im Kern interessiert sich die seriöse Forschung rund um die männliche Fruchtbarkeit und THC für röhrenförmige Kanäle an Seiten des Geschlechtsorgans der Männer. Dieses Netzwerk aus Arterien und Venen, schwammförmigem Gewebe und Kapillaren wird durch den Blutfluss entsprechend geweitet oder zieht sich eben zusammen und das wiederum beeinflusst die Erektionen beim Herrn. 

Schadstoffe gleich welcher Art müssten also auf diese Kanäle einen nachteiligen Einfluss haben, abgesehen vom Lebensalter und der Lebensweise selbst. Gut erforscht sind etwa Opiate, Schnaps und Zigaretten mit Tabak, die bei der Performance vom Penis das Blut stocken lassen. Wie ist das nun speziell beim Cannabis, das bekanntlich körpereigene System stimuliert und im Gegensatz zu Kippen und Alk bei vielen Beschwerden als Medizin verordnet wird?

Forschung zur Sexualität von Männern und Cannabis

Vor gut einem Jahrzehnt schon untersuchte man den Einfluss der Cannabinoide auf beide Geschlechter. Frauen berichteten dabei überwiegend von Erleichterungen, während einige Männer von Problemen rund um die Erektion berichteten. Wer genau nachliest erkennt aber, dass dabei auch recht alte Herren teilnahmen und bis auf Gras und Haschisch überhaupt keine anderen Faktoren beachtet wurden! Denken wir beispielsweise an das ab der zweiten Lebenshälfte rasch absinkende Testosteron, an Stress oder schlicht an gesundheitliche Beschwerden, die einer lebendigen Erotik und ausreichend Sex häufig entgegenstehen.

Grundsätzlich aber ist der Hanf als blutdrucksenkendes Mittel bekannt und das könnte den oben beschriebenen Blutfluss mitunter reduzieren und erektile Störungen begünstigen. 

Mediziner schätzen, dass mindestens ein Drittel der Probleme von Leuten mit der Empfängnis durch den männlichen Part bedingt sind – kulturell jedoch wird das dann oft den Frauen in die Schuhe geschoben. Das hat aber mit Cannabis nichts zu tun, sondern zeigt eine enorme biologische Empfindsamkeit bei den Herren genauso wie bei den Damen, die ja leider immer noch oft genug als Problemfälle in Partnerschaften beschrieben sind. Liegt´s freilich am Mann mit dem ausbleibenden Nachwuchs wie in vielen unentdeckten Fällen, kann eine Operation etwa zur Erleichterung des Samenflusses durchgeführt werden.

Der Einfluss der Cannabinoide auf Spermien

Eine medizinische Diagnose wird das Sperma vom Mann genauer checken und untersuchen, ob Qualität oder Beweglichkeit, Anzahl und Zusammensetzung irgendwie gestört sind. Hier gibt’s dann auch entsprechende Analysen zum Einfluss von Cannabis und wir müssen vier Varianten rund um die Spermien berücksichtigen:

  • Oligospermie: Hier stellen die Herren in den Hoden schlicht zu wenig Sperma her. Cannabinoide als Inhaltsstoffe aus dem Hanf wie vor allem das berauschende Delta-9-THC wirken als Inhibitoren auf den mitochondrialen Verbrauch,
  • Azoospermie: Dabei werden überhaupt keine Spermien produziert und aktuell gibt’s dazu keine Studien, was ein Urteil über den Einfluss von Cannabis unmöglich macht,
  • Spermienmorphologie: Eine falsche Form der Samenzellen ist besonders häufig die Ursache für eine ausbleibende Empfängnis und es gibt Mediziner, die schreiben solcherlei Einfluss dem Gras zu, wenn auch ohne echte empirische Forschungslage,
  • Asthenozoospermie: Betrifft die Beweglichkeit vom Sperma, das bekanntlich schwimmt wie der Fisch im Wasser von Mao und einer Studie zufolge sinkt das Tempo bei Männern, die täglich besonders viel Haschisch und Marihuana konsumieren.

Die Wissenschaft ist also faktisch eher unentschieden und Meldungen wie „Kiffen macht unfruchtbar“ sind wie in Deutschland üblich nur die eine Seite der Medaille. Überhaupt nicht untersucht ist demgegenüber der Umstand, wie viele gesunde Babys eigentlich durch die Einnahme von Cannabis entstehen – THC und überhaupt Cannabinoide als Aphrodisiakum werden kaum analysiert! Es bräuchte schlicht mehr Forschung als immer nur das Herauspicken einzelner Aspekte, die medial verdreht werden. Durch die Legalisierung von Cannabis in immer mehr Ländern können die Mediziner nun erst richtig loslegen.

Als Herren der Schöpfung solltet Ihr vor allem der Devise folgen, dass beim Kiffen weniger auch mehr sein kann. 

Ein Rausch durch Hanf lässt sich nun mal nicht unendlich steigern und wenn ein paar Züge am Joint oder an der Bong die gleichen Effekte auslösen wie das bekanntermaßen heftige Eimer rauchen wählen wir besser die leichtere, für den Körper im Ganzen schonendere Methode. Und wenn es trotzdem partout nicht klappen will mit dem Baby – lasst Euch umfassend untersuchen, denn im Gegensatz zu den vielen Fake News über Cannabinoide sind in der Regel ganz andere Faktoren für eine Unfruchtbarkeit bei Männern verantwortlich.