Norwegen Entkriminalisierung Drogen

Norwegen will die Entkriminalisierung aller Drogen ins Werk setzen und künftig könnte nicht nur der Konsum von Cannabis straffrei bleiben (Bild von Michelle Maria auf Pixabay).

Die allermeisten sogenannten Drogenkarrieren gehen auf einen verfehlten Ansatz in der staatlichen Gesetzgebung zurück. Verbote, Überwachung und Strafen stammen aus einer Zeit, als Cannabis und andere Rauschmittel sozusagen wahlweise als Sünde in der Religion oder als Feind bürgerlicher Tugenden betrachtet wurden. Heute hingegen werden Cannabinoide erforscht, sind im Einsatz als Medizin, Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel. Glücklicherweise hat die Kirche keinen Einfluss mehr und auch wenn aktuell das Spießertum der Grünen und CDU/CSU sich vielleicht sogar in einer Koalition verbindet, dürfte Prügeln und jahrzehntelanger Knast für Hanf kaum mehr durchsetzbar sein. Norwegen ist wie üblich schneller als Deutschland und die Staaten der EU und orientiert sich bei der Freigabe respektive geplanten Entkriminalisierung aller Drogen an Oregon oder auch Colorado in Übersee.

Verbotspolitik bei Cannabis bringt keine Verbesserung

Nur in der Bundesrepublik und in anderen diktatorisch regierten Ländern weigert sich die Politik gegen die Einsicht aus Wissenschaft und Forschung, nach der ein Verbot von Genussmitteln wie Cannabis nichts bringt in puncto einer verbesserten Volksgesundheit. Nicht jeder Bürger will wie von den Bierparteien vorgesehen Alkoholiker werden und die Leute kiffen auch ohne Erlaubnis. Wird hier nun entkriminalisiert und legalisiert, dann verschwindet auch die Mafia, verschwinden die Dealer von der Straße, die allzu oft dicke Geschäfte machen wegen der moralisch unhaltbaren Verbotspolitik. In Deutschland nehmen immer mehr Jugendliche Opiate, gekifft im Übermaß wird sowieso und verantwortlich dafür ist direkt auch die Bundesdrogenbeauftragte Ludwig von der CSU in ihrem Nichtstun.

Jahrzehntelange Strafen haben nichts gebracht, auch in Norwegen. Dort möchte man in Zukunft den Genuss von Drogen respektive Genussmitteln wie Marihuana gewissermaßen als Privatangelegenheit betrachten und nur wenn wirklich gefordert auch medizinische Hilfe anbieten. Viele Kiffer beispielsweise haben überhaupt kein Suchtproblem, sondern rauchen nur ab und zu mal Gras etwa um zu entspannen – werden aber von den Behörden als Rauschgiftabhängige betrachtet, bezeichnet und gegängelt. Dadurch zerstören die Regierungen ständig und ohne Not Biographien nur um dem Rest der Bevölkerung weiterhin das Märchen von der gefährlichen Hanfpflanze erzählen zu können.

Stigmatisierung beenden, Strafen bei geringer Menge abschaffen!

So lautet erstmal die Basis und die Leute in Norwegen sollen künftig bei kleineren Mengen Cannabis, Kokain, Heroin und so weiter nicht mehr sinnlos gegängelt werden. Zwar wird die Polizei das Gras weiterhin einkassieren im Zweifelsfall, aber nicht mehr verhaften und schon gar nicht mehr stigmatisieren wie es leider lange Jahre auch am Nordkap die Regel gewesen ist. Eine vollständige Freigabe ist die Entkriminalisierung nicht, aber es nimmt den Druck von den Menschen, sich für einen entspannten Abend auf Gras oder nach einer Partynacht für den Konsum solcher Genussmittel rechtfertigen zu müssen. Die Behörden werden von Fall zu Fall entscheiden, ob es ein Hilfsangebot geben soll – zwischen Oslo und Trondheim wurden ja selbst extrem suchtkranke Fixer wie Schwerverbrecher behandelt.

Prävention wird verbessert: Junge Leute sollten nach Ansicht der Politik in Norwegen im Rahmen solcher neuen Regeln effektiver vor den Risiken durch Drogenkonsum aufgeklärt werden. Welcher Kiffer vertraut schon der Polizei oder Justiz, die wegen einem Gramm Gras in der Tasche die Wohnung stürmen lässt und dadurch absichtlich die Reputation harmloser Konsumenten zerstört? Wer zudem wirklich und nicht nur durch Behörden behauptet eine Drogensucht entwickelt, wird sich garantiert eher Hilfe suchen bei einer Entkriminalisierung als wenn absurderweise Haft und Diskriminierung für den Konsum drohen. Eine verantwortliche Drogenpolitik, die Verbraucher einmal respektiert und zum anderen trotzdem im Notfall unterstützt, ist viel glaubwürdiger als jene Charge, die auch bei uns in Deutschland durch die schon erwähnte, völlig inkompetente Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig eine Menge Schaden anrichtet. Die mit der CSU verwandte, norwegische Zentrumspartei, strenggläubig und geistig im Mittelalter unterwegs, warnt natürlich vor den Plänen und möchte gerne den Pranger zurück – ob sich in Norwegen Fortschritt, Fairness und Wissenschaft durchsetzen können?