Cannabis Kleidung Textilien

Chancen rund um Kleidung aus Hanf und die robusten Cannabis Textilien als Alternative zu Kunstfasern und Baumwolle (Bild von Willi Heidelbach auf Pixabay).

Die Hanfpflanze ist vor allem wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit ein treuer Begleiter des Menschen. Kiffen und sich berauschenden an den mit THC gefüllten Grasblüten ist eben nur eine Form des Gebrauchs und in Zeiten des Klimawandels raffen zumindest seriöse Politiker, wie hilfreich das Cannabis zum Beispiel für Kleidung und Textilien sein kann. Robust und trotzdem nicht so rau wie ein Scheuerharder präsentieren sich Klamotten aus Nutzhanf und die Kollektionen selbst großer Labels zwischen Paris und Mailand haben den textilen Naturstoff zunehmend im Programm. Eine große Chance für die Wirtschaft und für Unternehmen wie Landwirte, die innovative Projekte starten wollen – hier ein kurzer Überblick zu den Optionen für die Bekleidungsindustrie.

Textilfasern aus Hanf sind atmungsaktiv und strapazierfähig

Experten halten die Verwendung von Nutzhanf für Kleidung als sehr aussichtsreich etwa beim Sport. Denken wir zum Beispiel an Funktionskleidung, die mit einer ordentlichen Regulierung der Temperatur einhergehen muss, Gerüche hemmen sollte und natürlich schnell trocknet – alles Eigenschaften die Hanf Textilien problemlos erfüllen. Auch ist das Material vom Feld strapazierfähig, resistent gegen Verschmutzung und trotzdem immer flexibel ohne die Haut zu beschweren oder gar zu reiben oder zu jucken wie wir das von Naturstoffen wie Jute kennen.

Über Äonen hinweg war Nutzhanf dazu die Textil- Botanik schlechthin! Erst der Siegeszug der Baumwolle, ihre globale Verschiffung und die politischen Verbote einer für Pharmaindustrie und Alkoholhersteller gefährlichen Pflanze stoppten Cannabis als Kleidung. Da wurde einfach mal das mit THC für einen Rausch geeignete Marihuana gleichgesetzt mit Industriehanf ohne psychoaktive Wirkung, aber wenigstens ändern sich gerade diese willkürlichen Regeln in Richtung einer mehr realistischen, klimafreundlichen Hanf Wirtschaft.

Bauernverbände interessieren sich zunehmend für Nutzhanf als Rohstoff vom Feld

Verständlich, denn Hanfpflanzen binden CO2 und es lassen sich Subventionen bei der EU beantragen, die langsam auch nachzieht und versucht aufzuschließen zum internationalen Standard. Die Gewächse als Rohstoffquelle zu ignorieren kann sich fast kein Staat dieser Erde mehr leisten, nur leider wurde Deutschland über lange Jahre eben von einer bierseligen Clique regiert, die außer Parteispenden und die eigene Seligkeit kaum etwas anderes interessiert hat.

Ähnlich spannend ist die Entwicklung übrigens auf dem Bau. Dort finden die gleichen Eigenschaften der Nutzhanf-Pflanzen Verwendung, die sich als Ziegel und Baumaterial aufbereiten lassen samt thermischer Isolierung und einer guten Regulierung bei der Luftfeuchtigkeit. 

In wenigen Monaten wächst praktisch eine ganze Kleiderkammer heran und schon investieren schlaue Bauern in etwa in Tirol wieder vermehrt in Anlagen, die Hanf zu Textilien und Stoffen verarbeiten können. Die Spots kommen mit wenig Wasser aus und brauchen keine Pestizide für die Ausbildung robuster Stängel. Mit Sicherheit werden die Anbauflächen bald zulegen, denn auch bei uns in der Bundesrepublik gibt’s Bedarf an einer endlich klügeren, nachhaltigeren Bewirtschaftung von Agrarflächen.

Was freilich nicht geht zeigt ein lustiges Beispiel aus der Kifferszene: Vor einigen Jahren erfuhr der THC.Guide vom Versuch einiger Zeitgenossen, die aus Mangel an echtem Gras mit THC einfach mal die eigenen Schuhe aus Nutzhanf zum Rauchen verwenden! Die Wirkung war natürlich gleich null, denn wie beschrieben sind die berauschenden Cannabinoide fast nicht vorhanden und es wäre genauso sinnlos sich nachts an Felder mit Industriehanf zu schleichen und ein paar Pflanzen zu klauen. Bald sind solche Aktionen ohnehin nicht mehr nötig, denn Deutschland freut sich auf die von SPD, Grünen und FDP versprochene Cannabis Legalisierung und das dürfte auch für die Verarbeitung von Hanf zu hochwertiger Kleidung den Durchbruch bringen.