Niederlande Cannabis Schwarzmarkt

In der Coronakrise zeigt sich, wie die Niederlande beim Cannabis Schwarzmarkt nun wieder Probleme bekommen und wie gut das Coffee Shop Modell ist (Bild von Welcome to all and thank you for your visit ! ツ auf Pixabay).

Die Niederlande hatten beim Cannabis den Schwarzmarkt ja eigentlich lange hinter sich gelassen und mit dem freilich nun halb ausgegorenen Modell rund um die Coffee Shops war Hanf zumindest einigermaßen reguliert. Nun jedoch hat sich geändert mit dem Beginn der Coronavirus Pandemie. Obwohl die Cannabis Cafés im weitesten Sinne geöffnet sind, gibt’s nur Pick Up Service und Gras zum Mitnehmen und nicht jeder Kiffer oder Hanfpatient hat Lust auf die langen Warteschlangen. Weil nun die Behörden über Jahrzehnte eine echte Legalisierung mit allen belastbaren Umständen verhindert haben in ihrer Kurzsicht, sind die Cannabis Coffee Shops nun in der Krise nicht in der Lage die Nachfrage zu decken – und eine neue Studie zeigt deutlich, dass die Leute dann eben wieder zum Dealer gehen.

Straßenhandel und harte Drogen statt Hanf legal

So in etwa lautet die Schlussfolgerung, denn die fehlenden legalen Angebote für das Gras führen nun wegen der Einschränkungen bis nach Holland zur Rückkehr der illegalen Offerten in Parks und am Bahnhof, zwischen den Grachten und ganz offen an der Straßenecke. Hier hat im Auftrag der Regierung mal eine Agentur etwas genauer nachgeforscht. Festgestellt wurde das flächendeckende Versagen der Drogenpolitik beim Gesundheitsschutz – die Coffee Shops dürfen wie beschrieben offenbleiben, aber weder online ausliefern noch sonderlich viele Kunden bedienen!

Diese Situation geht fast so weit an der Realität vorbei wie das bei uns in der bundesdeutschen Politik der Fall ist! Die langen Schlangen vor den Grasläden sind deutlich, da stehen weder Junkies noch Kriminelle, sondern Leute, die kein Bier trinken wollen und es ist absurd, dass selbst jetzt in der Krise die Politik hier noch keinen belastbaren, fairen Veränderungen in Angriff nimmt. Kiffer und Hanfpatienten unterliegen offenbar keinem Schutz, dürfen sich gerne anstecken oder müssen auf den Konsum verzichten, während Schnaps selbstredend auch bei uns für jedermann zur Verfügung steht in beliebig großer Menge.

Rückschritte in die neue Normalität?

Derzeit wird von der Politik viel erzählt was alles zu ändern ist wegen des Coronavirus, aber es finden sich da ständig nur neue Verbote und Kontrollmechanismen von Maske bis hin zur App für die umfassende Aufsicht der Bevölkerung. Wenn nun in den Niederlanden die aktuellen Vorgänge sogar einen Rückschritt bedeuten in längst überwundene Zeiten mit Cannabis Schwarzmarkt, Gangs und Schießereien, dann ist das ein weiteres Armutszeugnis für die ignorante, kraft- und saftlose Drogenpolitik in den Staaten der EU.

Vermischung als größte Gefahr: Die Idee hinter der Hanf Freigabe ist simpel, überzeugend und vielfach belegt – der Verkauf von Gras im Geschäft vermeidet den Kontakt der Menschen mit harten Drogen wie Heroin und das haben unsere Nachbarn einigermaßen hinbekommen. Es reicht aber schon eine Krise aus wie die jetzige, da zeigt sich das Nichtstun sehr deutlich und die Kunden kaufen wieder beim Dealer, öfters sogar gleich online im Darknet. Die neue Studie zeigt klar, dass jetzt eine umfassende Legalisierung von Cannabis erforderlich ist, kein Lavieren, keine Schwindeleien wie in Deutschland mehr. Vielleicht gehen die Niederlande beim Hanf auch dieses Mal voran und setzen eine Drogenpolitik ins Werk, die den Bürger, seine Freiheit und Gesundheit im Blick hat und eben nicht nur die eigene, bierselige Parteiideologie?