cannabis verändert die zeitwahrnehmungJeder Kiffer kennt das Gefühl, dass sich beim Rauchen, Essen oder Verdampfen von Cannabis das Zeitgefühl verändert. Das ähnelt dann beinahe einer Salvador Dali Momentaufnahme, schließlich zerfließen die inneren Uhren auf Gras ähnlich wie im berühmten Gemälde und es stellt sich die Frage, was eigentlich die biologischen und biochemischen Faktoren für dieses Phänomen sind. Zeitverzerrung auf Haschisch und Marihuana, das bietet mit Sicherheit auch therapeutische Anwendungen, wenn richtig erforscht, und wir schauen uns mal die aktuellen Studien genauer an.

Großes Interesse an einem Kiffer Phänomen

Die Forscher wie Laien interessieren sich wahrscheinlich schon so lange für die Cannabis Zeitwahrnehmung wie das Kraut geraucht wird, aber natürlich lassen sich empirische Untersuchungen und Analysen erst bei entsprechenden Umständen wirklich aufschlussreich durchführen. So fanden Wissenschaftler in London eine im Querschnitt der Studien sehr häufig auftretende Verzerrung des Zeitgefühls und die Kiffer Probanden berichteten in fast allen Fällen, dass sich Minuten zu Stunden ausdehnen und man überhaupt Schwierigkeiten habe, der inneren Uhr zu folgen. Natürlich ist das ungemein spannend und vielleicht müssen wir ja anstatt mit Lichtgeschwindigkeit zu fliegen einfach nur einen Joint rauchen und schon ist das mit der zerrinnenden Lebenszeit schon nicht mehr so tragisch!

Musik und kuriose Treppenhäuser auf THC: Im Labor und beim Test werden die Cannabis Probanden natürlich nicht in absurde Situationen gebracht und so wirst Du manches Erlebnis selber machen wie zum Beispiel bekifft ein langes, sich windendes Treppenhaus hinabsteigen. Dabei geht das Zeitgefühl noch viel schneller verloren als nüchtern, ein Hinweis also auf dieses faszinierende Phänomen, aber auch Musik kann sich völlig anders gestalten, in der Länge, den Tönen, den Tiefen der Wahrnehmung, was in der Summe das enorme therapeutische und entspannende Potential von Hanf aufzeigt.

Studien zu Cannabis und Zeitwahrnehmung

Bei einigen Tests wurden Weed Raucher und deren Wahrnehmung von Zeit mit solchen Probanden verglichen, die lediglich Placebos erhielten und dabei mussten verschiedene Fragen beantwortet werden. Wie viel Zeit ist beispielsweise bei diesem oder jenem Vorgang vergangen? Und wie lässt sich das im Verbindung mit Multi Tasking und der Strukturierung im Alltag in Verbindung bringen? Ergebnis: Die Placebo Patienten berichteten von keinerlei Veränderungen, während die Kiffer entweder die verstrichene Zeit viel zu hoch oder eben auch zu niedrig ansetzten! Offensichtlich empfinden wir jedoch vor allem den Moment als gestreckt und sehr lang, was zu einer völlig anderen Zeitwahrnehmung führt.

Dazu gibt es auch ein paar Tierversuche, mit Ratten und Affen und die animalischen Probanden erzielten auf Cannabis ähnliche Ergebnisse. Zwar kennen wir keinen Bericht, den uns eine Ratte über ihr Zeitgefühl gibt, aber im Labor verhielten sich die Tiere bekifft ähnlich wie die Menschen, investierten weniger Energie in scheinbar zeitaufwendige Verrichtungen und all diese Studien zusammengenommen unterstreichen den Fakt, dass THC das Zeitgefühl massiv beeinflusst.

Die innere Uhr auf Gras

Warum freilich ist eine spannende Frage und längst noch nicht beantwortet! Das thalamokortikale System, ein Bereich im Hirn der mit besonders vielen Andockstellen für Cannabinoide gesegnet ist, bestimmt über unsere Zeitempfindung mit und hier liegen möglicherweise die biochemischen, neurologisch wirksamen Aspekte für dieses Phänomen. Interessant ist zudem, dass laut Forschung sehr aktive Kiffer nach und nach diese Verzerrung verlieren, was einen Hinweis darauf liefert, wie sich das Gehirn an Haschisch und Marihuana gewöhnen kann. Denkbar ist aber auch ein psychologischer Grund: Der Kiffer könnte schlichtweg mehr Zeit mit dem Joint verbringen ohne zu merken, wie viel Zeit wirklich vergeht und das ist wie der berühmte Selbstbetrug mit dem Déjà-Vu.

Warum interessiert das die Hanf-Wissenschaft überhaupt?

Zugegeben, wenn nur ein paar Sekunden und Minuten verzerrt erscheinen, dann mag das wenig Implikation haben für den Alltag, die Forschung und Cannabis Medizin, zumindest auf den ersten Blick. Auf der anderen Seite sind all die „To do Listen“, stressigen Situationen, dem Timing des Alltags oft genug nur wenig wirksame Werkzeuge zur Entlastung entgegengesetzt und hier könnten Haschisch und Marihuana für eine willkommene Abwechslung sorgen!

Es drohen aber auch die üblichen Gefahren im Straßenverkehr, an den schweren Maschinen und was sonst noch so bei sedierenden Substanzen auf dem Beipackzettel steht. Wenn die Zeitwahrnehmung auf Cannabis verzerrt ist, dann solltet Ihr logischerweise keinen Bagger fahren und weil es abschließende, wirklich erklärende Untersuchung zu diesem faszinierenden THC Effekt noch nicht gibt, bleibt uns in erster Linie die zweifellos spannende und oft genug lustige Erfahrung, dass Kiffen und Zeit ein ganz besonders unterhaltsames Tandem sind.