Cannabis Antike Israel

Äußerst spannende Ausgrabungen in Israel fördern gerade das Cannabis der Antike zu Tage und die Forscher können die Historie des Kiffens untersuchen (Bild von krystianwin auf Pixabay).

Im Heiligen Land wurde wohl schon gekifft, als noch König David dort auf dem Thron saß – gerade sind neue Ausgrabungen verkündet, bei denen das Cannabis der Antike in Israel aus dem Sand der Jahrtausende geborgen wird. Ob nun die Ikonen des Alten Testaments von Hiob bis Daniel in der Löwengrube Hanf konsumierten, werden wir nicht herausfinden, aber der aktuell ausgegrabene Restbestand Haschisch und Marihuana ist seines Zeichens der überhaupt älteste Cannabisfund im gesamten Nahen Osten! Sehr wahrscheinlich ist der rituelle Einsatz. Die Archäologen zeigen, wie Gras mit dem Dung von Vieh gemixt und angezündet wurde auf dem heiligen Altar. Solche Tradition findet sich immer noch in jeder Kirche, aber da brennt mittlerweile Weihrauch runter und wir schauen uns die aktuellen Grabungen zum Cannabis im Altertum mal an.

Kiffen im ersten Jahrtausend vor Christus

Es ist bekannt und allseits nachgewiesen, dass zum Beispiel auf dem Gebiet vom heutigen China und Indien Cannabis oder auch halluzinogene Pilze eine große Rolle spielten bei der Verehrung von Göttern und Ahnen. In der Levante und Israel hingegen gab es hier und da Spuren, aber noch keinen direkten Hinweis auf Kiffen in der Zeit lange vor Jesus und den Römern. Gegraben wird im Heiligen Land an jeder Ecke und im Beersheba-Tal mit den Ruinen der einstigen Festung von Judäa, dem berühmten Tel Arad, fand sich im Staub der Äonen nun eine Heiligtum, das dürfte so um 750. v. Chr. aktiv gewesen sein – also ungefähr die Zeit des König David und seines Nachfolgers Salomo.

Architektonische Besonderheiten für den Hanf: Könnte man so sagen, denn die Wissenschaftler fanden einen Hof mit Altar zum Opfern und diverse Räume mit kleinerem Altar und für kultische Zwecke bereitgehaltene Utensilien. Eine Senke freilich an der oberen Seite der Altäre wies ziemlich dunkle Rückstände auf, was die Forscher zunächst ignorierten. Zu oft wird nun mal Weihrauch gefunden, das ist ja keine Sensation mehr. Später allerdings machten sich hier Leute vom Jerusalemer Israel-Museum an eine nähere Analyse mit Spektrometrie und mehr – und die finden in dieser komischen Senke doch tatsächlich Reste von Cannabis. 

Cannabinoide im Sand der Zeit nachgewiesen

So tief lässt sich schon forschen, denn im verbrannten Hanf können die Wissenschaftler selbst nach Jahrtausenden die wirksamen Cannabinoide finden wie etwa THC, CBD und CBN. Der bereits erwähnte Viehdung war optimal zum langen Kokeln und Schwelen, zumal in Israel auch heute wenig Bäume wachsen als der normalerweise verwendete Brennstoff. Dung brennt ja auch nicht so heiß und die gut 150 Grad Celsius reichten aus, um die Cannabinoide zu lösen und als heiligen Dampf praktisch wie beim heutigen Vaporizer durch die Tempelanlage wabern zu lassen. Eine Einschränkung ist lediglich die Unauffindbarkeit echter Pflanzenreste. Wurde im ersten Jahrtausend vor unserer Zeit in erster Linie das klassischste alle Cannabis Konzentrat, der gepresste Haschisch, verwendet? Importierten die frühen Juden dieser Zeit das Hasch aus dem Libanon oder gar aus Nordafrika, wo die Tradition vom Pressen der Hanfblüten höchstwahrscheinlich ihren Anfang nahm?

Kultische Ekstase, Rituale aus uralten Zeiten, dazu magische Kräuter wie unser Gras – wir können nur erahnen, was am Toten Meer rund um Cannabis abging in dieser Zeit, aber der bereits erwähnte Weihrauch findet sich ebenfalls in den Ausgrabungen. Offenbar ersetzte diese besser riechende Pflanze das Gras oder die Priester verboten das rituelle Kiffen? Weihrauch konnten die Juden nur von handelnden Arabern beziehen, das beschriebene Beersheba Gebiet befindet sich an einer Route für den Austausch von Waren in dieser Zeit. Ob die durchreisenden Leute damals auch Cannabis rauchen durften, ist unbekannt, aber die heutige liberale Drogenpolitik im Staat Israel mit intensiver Erforschung der Hanfpflanze hat nun auch nachweislich seine Wurzeln in der Zeit des Anfangs dieser jahrtausendealten Kultur und Religion.