Legalisierung Cannabis Steuereinnahmen

Ein Blick auf die Bilanz der US-Bundesstaaten mit einer Cannabis Legalisierung zeigt enorme Steuereinnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe (Bild von pasja1000 auf Pixabay).

Seit mehr als sieben Jahren gibt’s in den USA Bundesstaaten mit einer Freigabe von Gras für Erwachsene und die Bilanz kann sich sehen lassen. Ein viel besserer Jugendschutz, viele Jobs und steigende Immobilienpreise in der Nähe vom Hanf-Geschäften sind nur einige vorteilhafte Aspekte wenn das Kiffen erlaubt ist. Für den Gesetzgeber naturgemäß besonders wichtig ist freilich das berühmte Staatssäckel und auch an dieser Stelle bringt die Legalisierung von Cannabis in Form von dicken Steuereinnahmen viel Gutes. Bei einer aktuellen Bilanz stehen da mehr als 10 Milliarden Dollar auf der Habenseite der Legal States und davon profitieren sanierte Schulen, Kulturprojekte und immer auch der Gesundheitsschutz selbst etwa in Form einer echten Prävention. Ob die deutsche Regierung diese Zahlen kennt und statt ständig neuer Schulden endlich das Gras freigibt zum Segen der Verbraucher, Patienten und für einen besseren Staatshaushalt?

 Genussmittel Hanf und die Nachfrage durch Verbraucher

In den gut 10,4 Milliarden Dollar ist Cannabis als Medizin noch gar nicht enthalten. Eine enorme Nachfrage also und es ist ein echtes Drama, wenn in den USA viele Jahre lang Dealer und der Schwarzmarkt abkassierten wie das bei uns in Deutschland leider immer noch der Fall ist. Natürlich gibt’s für die Freigabe von Haschisch und Marihuana viele Gründe, die Wissenschaft hat unzählige Studien vorgelegt, die bei uns aber weiterhin ignoriert werden.

Nachfolgende Generationen werden durch Schulden sinnlos belastet während Hanf als beliebtes Genussmittel bereit steht für Mehreinnahmen des Staates. Der Gesetzgeber würde zudem nur abschöpfen, was ohnehin umgesetzt wird – der Schwarzmarkt zahlt freilich weder Steuern noch gibt’s irgendeine Kontrolle, Aufsicht oder Regulierung zum Schutz der Konsumenten.

Staaten wie Colorado oder Oregon sind da viel schlauer unterwegs und nicht umsonst kommen die Innovationen unserer Zeit kaum noch aus der Bundesrepublik, wo seit Jahr und Tag das Bierglas herrscht. Das Silicon Valley ohne Cannabis ist kaum vorstellbar und vielleicht sind Tesla, Google und Konsorten auch das Produkt von Kiffern, die bei uns wahrscheinlich statt am Rechner im Knast sitzen würden für den Konsum einer Pflanze.

Wofür werden die Hanf Steuern durch Behörden verwendet?

Wie es sich gehört investieren Politik und Gesellschaft mit den neuen Steuern auf Gras in Bereiche, die wahlweise zu kurz kommen und eine Förderung brauchen oder die lange Zeit besonders unter der absurden Verbotspolitik beim Cannabis zu leiden hatten. Durchaus denkbar, dass man mit Blick auf Omicron und die Pandemie in den USA neue Pflegekräfte und Feuerwehrleute auch mit Steuern aus dem Hanfgeschäft anwirbt statt auf eine Impflicht zu setzen, die absehbar in Deutschland solche Bereiche ausdünnen wird ohne dass wie üblich in Berlin für ausreichend Ersatz gesorgt ist.

Jenseits solcher für den Staatshaushalt akuten Herausforderungen geht’s mit Cannabis Steuereinnahmen aber auch ganz grundsätzlich etwa in

  • Alaska, wo speziell Menschen Hilfe und Förderung bekommen durch einen Fond, die wegen THC eingesperrt wurden,
  • Kalifornien, wo viele NGO´s Zuschüsse bekommen etwa im Bereich der sozialen Arbeit,
  • Colorado, wo dank Marihuana legal eine Menge Schulen saniert werden, vielleicht sogar mit Luftfilter gegen Viren wie bei uns nur auf dem Papier zu lesen, aber kaum real umgesetzt und
  • Illinois, wo explizit Menschen mit Behinderung respektive Handicap endlich mehr staatliche Unterstützung erhalten.

Angesichts dieser Erfolge werden einige selbsternannte Experten wahrscheinlich wie üblich auf die Besonderheiten etwa vom amerikanischen Sozial- und Gesundheitssystem verweisen. Das wäre chronisch klamm und braucht deshalb Cannabis Steuern, während Deutschland viel besser aufgestellt sei – wir kennen diese Storys zur Genüge aus aus anderen Bereichen.

Fragt man beispielsweise mal ein paar Amis persönlich zum Thema Waffenbesitz, dann verweisen die auf ihr verfassungsmäßiges Recht, sich im Zweifelsfall gegen eine übergriffige Regierung schützen zu können! Die in deutschen Medien beschriebenen „Waffennarren“ sind in der Realität eher die Ausnahme und wie beim Gewehr wird auch zum Cannabis viel gelogen bei uns, leider immer noch und zu Lasten ganzer Bevölkerungsgruppen. 

Am Ende nämlich ist Geld nur ein Faktor, der zwar gefällt und die öffentliche Kasse angenehm füllt – eine Legalisierung von Cannabis dient jedoch zuvorderst immer dem Schutz der Gesundheit gerade von jungen Leuten, dient der freien Selbstbestimmung erwachsener Bürger und ist damit ein zutiefst demokratisches Anliegen. Offenbar ist genau das für einige Parteien und vorgebliche Experten in Deutschland ein echtes Problem und statt einer fairen Debatte auch zu möglichen Steuereinnahmen bekommen wir weiterhin Horror-Geschichten serviert über das Gras, die könnte sich wohl selbst ein bekiffter Stephen King kaum ausdenken.